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Thema: Nachwuchs-das Wichtigste in aller Kürze  (18404-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Nachwuchs-das Wichtigste in aller Kürze

Hi!

Hier ein paar grundlegende Dinge in aller Kürze, Begründungen gibts zu den Punkten unten, hier

das Wichtigste :

1.) Vor der Geburt oder bei Entdeckung der Babies sofort(!) den Rammler trennen (kein Seh-oder Riechkontakt)
2.) die Mutter säugt nur 1-2 mal, meist nachts. Sonst beachtet sie die Babies nicht. 
3.) nach der Geburt KURZE Nestkontrolle, tote Babies entfernen.
4.) Babies, die  ausserhalb des Nestes sind, wieder zurücklegen.
5.) KURZ einmal täglich anfassen ist erlaubt.
6.) NIE das Nest verlagern!
7.) Würfe im Winter komplett mit Stall in einen unbeheizten (!!) Raum reinholen.
8.) bei Verdacht, die Mutter säugt nicht, täglich wiegen.
9.) NIE einfach zufüttern.
10.) nehmen die Babies ab (und nur dann), ist es zu bevorzugen, die Babies der Mutter anzulegen. Danach Bauchmassage.
11.) Hat die Mutter keine Milch, Katzenaufzuchtmilch mit römischer Kamille oder Fencheltee anmischen, Lefax oder Sab Simplex beimischen!

12.) Alle Rammler kastrieren, vor der 12. Lebenswoche, bzw. schon geschlechtsreife Tiere 6 Wochen von jedem Weibchen trennen, von Müttern mit Würfen bis die Jungen 12, besser 16 Wochen alt sind. 

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Erklärungen:

zu 1.) Trächtige Häsinnen werden durch jedes andere Tier in ihrer Nähe gestresst, dann trampelt oder beisst sie evtl die Jungen tot, oder der Rammler tut es. Die Häsin kann SOFORT nach der Geburt nachgedeckt werden.

zu 2.) Das hat in der Natur den Sinn, dass Fressfeinde nicht auf die Babies aufmerksam werden. Oft verstopfen Mütter dann noch den Eingang mit Nistmaterial.

zu 3.+4.+5.) Die Mutter kann man dabei mit Fressen ablenken, oder ihr Aulsauf wie gewohnt geben. Zugang zum Nest muss sie aber haben. Die Mutter nimmt die Babies noch an, wenn man sie angefasst hat. Die Hände sollten natürlich nicht penetrant nach Seife oder Parfüm riechen.

zu 6.) Verändert man die Lage des Nestes, so wird die Mutter die Babies sehr wahrscheinlich nicht mehr säugen.

zu 7.) Wildkaninchen vermehren sich im Winter nicht, nur unsere Hauskaninchen sind das ganze Jahr empfängnisbereit, daher drohen Winterwürfe zu erfrieren.

zu 8.) Wenn die Mutter wirklich nicht säugt, meist weil sie zu viel Stress hatte, zu alt oder zu jung ist, sind die Bäuche faltig statt prall. Täglich grammgenau wiegen und das Gewicht notieren.

zu 9.) Füttert man einfach mal zu, weil man etwas Gutes tun will, ist das ziemlich sicher das Todesurteil für die Babies, 2 Milchsorten nebeneinander verträgt die Verdauung nicht, die Babies sterben.

zu 10.) Dazu kann man die Häsin anheben und die Babies unterschieben oder die Häsin auf den Rücken drehen und die Babies anlegen. Danach ebenfalls leichte Massage.

zu 11.) Zur Handaufzucht nie Kuhmilch oder Babymilch verwenden. Handaufzuchtrezept für Babykaninchen findet sich her:  http://www.bunnyhilfe.de/index.php?option=com_content&task=view&id=22&Itemid=38 . Ein Mittel gegen Blähungen ist lebenswichtig, bei Handaufzuchten droht Tod durch Aufgasung. 

zu 12.) Die Tierheime sind voll mit Kaninchen, kein Kaninchen braucht zu seinem Lebensglück oder Gesundheit "einmal geworfen" zu haben. Auch Kastraten haben Spass, die Häsinnen im Frühjahr zu besteigen.
Rammler werden mit 12 Wochen geschlechtsreif, Inzucht ist natürlich sehr schädlich, und ausgewachsene  rammler können noch 6 Wochen nach der Kastration Nachwuchs zeugen.



Bei Fragen zu ungewolltem Nachwuchs immer gern hier im Board.

Gruss,
Jenny



Tanis, Elke, Mucki, Fluse, Bruno, Lotta, Tanis, Ziege, Charlie, Ivo, Johanna