Zum Hauptinhalt springen
Thema: Häufigste Todesursache bei Babies: Kokzidien (Darmparasiten) (7580-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Häufigste Todesursache bei Babies: Kokzidien (Darmparasiten)

Hi!

Die häufigste Todesursache für Babies zwischen 4 und ca 10 Wochen sind Darmparasiten, sogenannte Kokzidien. Dieser einzellige Parasit (kein Bakterium!), vermehrt sich in den Zellen der Darmschleimhaut und zerstört diese dabei. Verbreitungseinheiten, vereinfacht "Eier" genannt, werden über den Kot ausgeschieden, werden nach ca. 24 Std infektiös und über Nahrung, Putzen, Saugen an den Zitzen wieder aufgenommen und entwickeln die nächste Generation im Darm.
Bei Babies im genannten Alter kommt es oft ganz plötzlich zu wässrigen Durchfällen, wenig später verstirbt das Tier qualvoll. Ein Baby mit Durchfall gehört augenblicklich zu einem Tierarzt, der Infusionen geben muss.
Nicht selten aber sterben die Babies auch ganz plötzlich ohne irgendwelche Anzeichen- nur die Obduktion zeigt dann Kokzidien als Ursache.

Auch ein Tier ohne momentanen Durchfall, mit augenscheinlich völlig normalem Kot kann hochpositiv infiziert sein!

  • Vorbeugung: Mit 3-4 Wochen bitte eine Kotprobe über 3 Tage von allen Tieren sammeln. Dabei bitte auch unbedingt nach den winzigen Kotkügelchen der Babies suchen. In zwei Fällen kam es vor, dass der Kot der Mutter negativ getestet war, die Babies aber hochinfiziert waren, teils mit Todesfolge. Hier war die Mutter Überträgerin, aber schied durch vermutlich besseres Immunsystem gerade keine "Eier" des Parasiten aus.

    Positives Ergebnis, was tun?

  • Hygiene: Sind die Tiere infiziert, ist penibelste tägliche Hygiene angesagt: Ställe, Häuschen, Näpfe alles womit die Kaninchen täglich in Berührung kommen, alle 24 Std auskochen oder mit einem Dampfreiniger heiss abdampfen. An Desinfektionsmitteln wirkt nur verdünntes CaphaDesclean.
  • Fütterung: Bei positivem Ergebnis dürfen die Babies nur noch Heu, (Muttermilch wie gehabt) und getrocknete Kräuter fressen, z.B. Spitzwegerich, Löwenzahn, Dillstiele, Selleriestiele, Brennesselblätter, Brombeer & Himbeerblätter... Einmal am Tag darf es ein Blättchen frischer Basilikum, Thymian oder Oregano sein, das soll die Kokzidien etwas eindämmen.
    Ob man die Mutter auch dieser "Diät" unterzieht, sollte ihr Gesundheitszustand entscheiden-prinzipiell braucht sie viel Energie, so dass man sie ggf. getrennt füttern muss. Milchfördernd ist Fenchel, Sellerie, getrockente Brennesselblätter, Dill, Kohlrabi(blätter), Möhre+ Grün. (Bei kokzidienbedingtem Durchfall aber auf jedes Futter ausser Heu & Trockenkräuter verzichten!).
    Heu in einer Raufe anbieten, so dass es ohne Berührung mit Kot verzehrt werden kann.
  • Medikation: bei hochgradigem Befall sollte eine Medikation stattfinden. Ab 3,5 Wochen vertrugen meine Babies "Baycox" 2,5%, verdünnt, sehr gut. (0,4 ml pro Kilo des Tieres, Gabe bitte nicht übers Trinkwasser, sondern oral per Spritze ohne Nadel!). Die Verdünnung kann man statt mit Wasser auch mit lauwarmem Tee machen. Verdünnt wird ca. 1:1.
    Kümmel-Fenchel-Anistee wirkt gegen Blähungen und Bauchweh und ist für die Mutter zusätzlich milchfördernd. Den Tee kann man ganztägig alternativ zusätzlich zu Wasser anbieten.
    Ein kleiner Spritzer Apfelessig ins Wasser soll den Befall auch mindern. 
  • dennoch Todesfälle: sterben trotz dieser Maßnahmen die Babies, würde ich sie mit Mutter in einen Käfig setzen, in den man ein Gitterrost (Baumarkt) als 2. Ebene einbaut. Die Maschenweite sollte grade gross genug sein, dass der Kot sofort von den Tieren wegfällt. (Keine Neuinfektion mehr möglich). Gitter auch täglich abkochen/desinfizieren! Diese Maßnahme kann zu wunden Füßen führen, die man im Anschluß behandeln muß.

    LG,
    Jenny
     



Tanis, Elke, Mucki, Fluse, Bruno, Lotta, Tanis, Ziege, Charlie, Ivo, Johanna