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Thema: Brauche einen guten Rat (849-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Brauche einen guten Rat

Hei,
Mein Zwergkaninchen  Black wird bald 9 Jahre alt, Trotzdem frisst er gut und bewegt sich auch sehr viel. Auch wenn er viel frisst ist er dürr, aber das war er schon immer.

Ich bräuchte Gute Ratschläge, die vielleicht schon das selbe erlebt oder durchgemacht haben und zwar ist vor kurzem sein einer Hoden angeschwollen und ich war deswegen auch schon beim Tierarzt. Zu mir sagte er entweder man macht da gar nichts und hofft das es ein gutartiger Tumor ist oder man kastriert ihn, aber da er schon so alt ist besteht nur eine Chance von 20:80 das er die Narkose und alles übersteht. Ich weiß nun nicht richtig was ich machen soll, Da ich auf jeden Fall nicht möchte das er die Kastration nicht übersteht, aber möchte natürlich das er keine schmerzen hat oder es vielleicht doch bösartig ist. Man sieht das er noch keine schmerzen damit hat und wenn er schmerzen hat würde ich natürlich etwas unternehmen.

Nun frage ich mich ob ich ihn kastrieren lassen soll oder erstmal abwarten soll..

Ich sag jetzt schonmal danke für die Ratschläge.

Antw:Brauche einen guten Rat

Antwort #1
Hallo

Wenn er gesund ist, spricht nichts gegen die Kastration. Allerdings ist der Allgemeinzustand schon ausschlaggebend dafür! Das wiederum muss allerdings der Tierarzt entscheiden, und falls Du zweifelst, dann würde ich mir eine Zweitmeinung holen bei einem garantiert kaninchenerfahrenem Tierarzt.

Aber eigentlich hätte er schon vor knapp 9 Jahren kastriert werden müssen! Ich verstehe nicht, wieso er das nicht ist...?

Unkastrierte  Rammler vertragen sein ja nicht (oder können sich gar töten) und mit einer Häsin geht das ja nicht zusammen wegen des dauernden Nachwuchses. Kaninchen sind ja Rudeltiere und brauchen einen Sozialpartner rund um die Uhr und sollten nie einzeln gehalten werden. In Österreich ist es komplett und in der Schweiz (ohne Sicht- und Geruchskomtakt) per Tierschutzgesetz verboten, weil Einzelhaltung tierquälersich ist.


Antw:Brauche einen guten Rat

Antwort #2
Hallo,

ich würde dir von einer Entscheidung wahrscheinlich eine zweite Meinung bei einem anderen Tierarzt empfehlen.

Mit einer gut balancierten Narkose (also Venenzugang, Infusion, Monitoring, Sauerstoffzufuhr usw.) zahlst du sicher (u.U. deutlich) mehr - dafür hast du sehr gute Chancen, dass er die OP gut übersteht. Vermutlich wird man dir raten, zuvor einen Ultraschall zu machen. Da kann man sich das Ausmaß der Veränderungen anschauen und die OP besser planen, sodass dann alles schneller und reibungsloser geht. Evtl. kann auch ein Röntgenbild sinnvoll sein, um Metastasen (z.B. in der Lunge) auszuschließen. Falls in letzter Zeit kein Blut untersucht wurde, kann man auch das nochmal machen, um das Narkoserisiko besser einzuschätzen (grad wenn du sagst er ist recht dünn kann in dem Alter ja auch mal was organisches wie eine Nierenschwäche o.ä. dahinter stecken). Nichts ist blöder, als wenn man im OP plötzlich überrascht wird und alles umplanen muss.

Grundsätzlich spricht wirklich nichts gegen eine Narkose mit neun Jahren - die 20% lassen sich bei einem entsprechend geschulten, kaninchenerfahrenen und gut ausgestatteten Tierarzt/Team vermutlich ganz gut auf 95-99% erhöhen - falls keine organischen Grunderkrankungen zugrunde liegen.

Die männliche Kastration ist eine sehr unkomplizierte und schnelle Routineoperation, die in kaum 5 Minuten Narkosezeit erledigt ist. Es gibt mittlerweile sehr kurzwirksame und verträgliche Narkosemedikamente, die auch beim Kaninchen intravenös anwendbar sind und mit einer lokalen Betäubung kombiniert werden können, sodass die Narkose sehr sehr kurz und oberflächlich gehalten werden kann und den Kreislauf so nur wenig belastet.

Eine Kastration ist im Sinne einer artgerechten Haltung ohnehin sinnvoll - vielleicht gönnst du ihm dann ja sogar noch eine Partnerin für seinen Lebensabend, er wäre dir sicher sehr dankbar dafür! :)


LG