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Thema: Chaos perfekt (1137-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Chaos perfekt

Hallo zusammen!
Ich bräuchte dringend eure Hilfe, da ich nicht mehr weiß was ich machen soll. Zur Geschichte: Ich habe eine Häsin aus sehr schlechter Haltung übernommen und ihr kurz drauf einen kastrierten Rammler besorgt damit sie nicht alleine ist. Da fängt das Elend an: Ich wurde belogen...er war nicht kastriert..... 8 Babys auf einen Schlag. Hab sie natürlich sofort getrennt bis jetzt noch. Die Kleinen sind jetzt 9,5 Wochen alt. Heute war ich beim Tierarzt der mir sagte das die Hoden schon draussen/unten sind. Es sind 2 Weibchen und 6 Männchen. Also wurde bei den beiden Weibchen ein Ultraschall gemacht worauf bei einer der Verdacht da ist, das sie trächtig sein könnte. Meine Nerven lagen blank. Nächste Woche werde ich erneut die Beiden untersuchen lassen in der Hoffnung das es falscher Alarm war. Muss sie jetzt getrennt halten was mir echt weh tut. Ich bin jetzt dermaßen am grübeln was ich mit den Kleinen mache. Ich habe die Möglichkeit alle Jungs frühkastrieren zu lassen was mir aber fast die finanziellen Rahmen sprengt oder ich vermittel sie unkastriert. Ich hätte schon einen Platz...Sie wollen 2 Männchen.... mit großer Freilauffläche die meinten das 2 Männchen nicht streiten wenn sie genug Platz haben. Ich selber würde auch noch 2 nehmen können. Meine Kinder haben sich schon in die beiden Mädels verguckt. Könnte das funktionieren?  Die Mutter,  der inzwischen Kastrierte und 2 Töchter?  Und wie ist es mit unkastrierten Brüdern? Wie würdet ihr vorgehen?  Ich danke euch schonmal 

Antw:Chaos perfekt

Antwort #1
Hallo

Tut mir leid wegen des Chaos. Solche Geschichten passieren öfters mal, sogar auch durch Falschbestimmumgen der Geschlechter (Tierarzt, Züchter...). Ich persönlich kontrolliere bei jedem Neuzugang egal welchen Alters immer das Geschlecht (und ob auch tatsächlich keine Hoden vorhanden sind).

Das so junge Häsinnen derart jung aufnehmen können, ist höchst unwahrscheinlich, riskieren sollte man es natürlich trotzdem nicht. So wie ich gehört habe, passiert das kaum unter 4-5 Monaten. Würden sie trotzdem aufnehmen, wäre das Risiko für die werdende Mutter extrem groß, wahrscheinlich würde sie das so klein eher nicht überleben.

Rammler gehören alle zwingend kastriert! Auch unkastrierte Rammler werden sich irgendwann nicht mehr miteinander verstehen, auch wenn es zu Beginn noch klappt, unabhängig vom Platz. Zudem ist der stetige Trieb auch belastend. Sie können sich bei  Kämpfen schwer verletzen. Gibst Du die Rammler ab, dann sollten die Besitzer diese so schnell wie möglich kastrieren lassen.

Ideal wäre natürlich eine Frühkastration, denn dann steigt die Chance, dass sie sich mit anderen Kastrate besser verstehen werden. Das heißt natürlich nicht, dass sich Spätkastrate nie miteinander verstehen werden, es kann auch so klappen, aber die Chancen sind generell tiefer.

Mit 9.5 Wochen ist das schon extrem früh, dass die Hoden tatsächlich schon abgestiegen sind. Normalerweise geschieht dies bei Kleinrassen ca. mit 12 Wochen (ich hatte es aber auch schon mal mit 11 Wochen). Trotzdem würde ich auf keinem Fall weiter zuwarten mit einer Kastration. Ich würde die Kastrationskosten dann aber vom neuen Besitzer sicherlich zurück fordern.

V.a. ab einem Alter von 4 Monaten können bei den Unkastrierten die Rangeleien beginnen. Also würde ich definitiv vorher dafür Sorgen, dass dieses Problem gelöst wird.

Zu Deiner Gruppenkonstellation: wieviel Platz hast Du denn zur Verfügung für 1 Rammler und 3 Häsinnen? Genügend Platz ist natürlich immer eine Voraussetzung....

Zu Bedenken ist auch, dass auch unkastrierte Häsinnen untereinander ein Problem kriegen können, gerade auch dann, wenn sie in die Pubertät kommen. Kastrierte Häsinnen sind sicherlich weniger ein Problem, nur ist die Häsinnen- Kastration natürlich ein großer OP- Eingriff und dementsprechend sehr kostspielig. Natürlich ist das Miteinader Auskommen auch immer eine Frage des Charakters. Ich persönlich würde eher dazu tendieren, die Geschlechterverhältnisse tendenziell mehr oder weniger etwas auszugleichen, aber jede Konstellation kann funktionieren oder dann eben auch nicht... Sollte es Probleme geben, so ist dies meist innerhalb der Geschlechter der Fall.

Antw:Chaos perfekt

Antwort #2
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Das feste Aussengehege/Stall hat ca. 7 qm welches ich aber erweitern könnte allerdings auch nur Stundenweise wenn ich Zuhause bin.

Antw:Chaos perfekt

Antwort #3
Für 4 Kaninchen ist 7 qm zu wenig als permanenter Platz. MINDEST Anforderung sind 2-3 qm pro Tier, aber 2 qm pro Tier würde ich nie empfehlen.

Dazu kommt noch, dass Du 3 unkastrierte Häsinnen hast, wovon. 2 noch in die Pubertät kommen und ständig hormonellen Schwankungen ausgesetzt sind. Das ist deutlich zu wenig Platz und die Wahrscheinlichkeit, dass das daneben geht, ist relativ hoch. Gleichgeschlechtliche Tiere brauchen öfters deutlich mehr Platz um auszuweichen.

Ich würde mir entweder überlegen, ob Du dauerhaft nicht vergrößern kannst oder es bei einem Paar sein lassen. Sowieso gibt es nie eine Garantie, dass eine Gruppe langfristig auch funktioniert. Daher muss man sich auch vorher einen Plan B überlegen.

Antw:Chaos perfekt

Antwort #4
Hallo Alex1903,

ich kann Rakete nur beipflichten mit dem Platzbedarf. Die Erfahrung mit der ungeplanten Kinderüberraschung habe ich auch hinter mir und habe die Konstellation 2 Jungs/3 Mädels auf etwa 15qm dauerhaft. Das ist echt zu wenig, wenn die Rangeleien (bei mir ausschließlich unter den Häsinnen) losgeht. Phasenweise ist das so schlimm, dass ich unsicher werde, ob ich dem gemobbten Tier einen Gefallen tue in diesem Gehege. Da wünschte ich mir mehr Platz zum Ausweichen...
Natürlich kann es auch klappen und es wird ein verschmuster Haufen. Das zeigt sich aber unter Unständen wirklich erst nach mehreren Monaten.
Zur Frühkastration kann ich Dir auch nur raten. Meine waren kaum älter als Deine jetzt, nun sind sie sowas von ausgeglichen  -verliebt-

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Vermitteln und hoffe, dass die Bande ein liebevolles neues zu Hause findet und Deine neue Gruppe friedlich miteinander leben wird!

Liebe Grüße
Flavia

Antw:Chaos perfekt

Antwort #5
Hallo,

aus ähnlicher Konstellation ('doppelt kastrierter' Rammler, Häsin und zwei Würfe) habe ich den ersten Wurf (Mädels) abgegeben und die beiden Geschwister des zweiten Wurfs behalten, Boris wurde frühkastriert, der zweite erst nachdem ich festgestellt habe, dass die TA sich vertan hatte und es nicht Su-sie sondern Er-win ist.
Die vier leben in Innenhaltung, und die Grundfläche ihres Zimmers hat eher 7 als 8 m², aber sie haben viele Höhlen und Etagen und häufig Wohnungsauslauf.
Ich finde 4m² für zwei Tiere ist ohne Auslauf sehr knapp, aber in einem größeren Gehege mit Freilaufmöglichkeit zu den Hauptaktivitätszeiten lässt sich mit guten Versteck- und Beschäftigungsangeboten etwas enger kalkulieren. Ich weiß, das ist nicht korrekt, aber ob die Vermittlung irgendwo anders hin besser wäre, weiß man auch nicht. Mit Häsinnenüberzahl und jugendlichen Tieren ist es schwieriger als mit älteren.
Gelegentlich habe ich stundenweise mal ein Einzeltier oder Zweie ausgesperrt (in den Garten oder Flur und Bad, also eher Abenteuerausflug als Knast), Mittlerweile ist die Dame auch kastriert und im Kaninchenzimmer ist Freddy der klare Chef, in der Küche jedoch Erwin.

Frohe Grüße,