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AutorThema: Ein bisschen weit ab der Konvention. [Erfahrungsbericht, Vierergruppe]  (Gelesen 183 mal)

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Offline Karli

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Aloha.

Wie man am Titel schon sieht, bin ich nun im Besitz von vier Kaninchen, die jetzt auch dauerhaft zusammen miteinander auskommen müssen. Bei der Zusammenführung wie bei der Haltung vorher habe ich einfach unglaublich wenig von den hier gegebenen Standarts beachtet. Einiges davon war wohl goldrichtig, anderes irgendwie echt nicht gut.



Zur Ausgangslage vor etwa einem Jahr:
(Darf geklickt werden, da sind immer noch kleine Infos drauf. :3)


Kaninchen Sammy (Dame), Kaninchen Dean (Herr, kastriert) und Kaninchen Anabell (Dame) wohnten zu dritt in einem Gehege, waren aber dann doch eher zwei und eins als drei, außerdem war für Anabell so oder so ein Partner geplant. Auch, wenn die Herrschaften auf dem Bild sehr harmonisch aussehen, gab es meistens dann doch recht viel Unruhe, da Anabell für die beiden anderen schlicht viel zu aufgedreht und unruhig ist. Sie hat manchmal was von einem kleinen Harlekin.
Da es schlicht keine Option war, sie wieder abzugeben, immerhin hatten wir sie ja auch angeschafft, ging die Suche nach einem passenden Herren für sie los. Dass es ein weiterer Herr werden würde, war die ganze Zeit klar, nur wie und wann, wussten wir noch nicht.



Das Foto oben ist im Mai '17 entstanden. Davor waren wir bereits im Tierheim, um uns zu erkundigen, ob nicht ein passendes Tier auf ein neues Zuhause wartet. Blöderweise gab es massenhaft Kommunikationsprobleme. Die Dame dort erinnerte sich nicht an meinen Anruf (was nicht schlimm ist, da rufen vermutlich viele Leute an), gab sich danach aber auch nicht besonders beratungsfreudig, machte uns dann schließlich auch noch Vorwürfe* und gab uns dann lediglich die Nummer eines befreundeten Kaninchenflüsterers.

Letztendlich stellte sich heraus, dass sie das eventuell geeignete Tier bereits vergesellschaftet hatte und um dessen mentale Gesundheit besorgt war, falls die Vergesellschaftung nicht klappen sollte und wir das Kerlchen wieder hätten zurückbringen müssen. Sie hatte die Charaktere als die gegensätzlich empfunden, um uns den Herren mitgeben zu könne, die Erfolgsaussichten waren ihrer Meinung nach zu gering. Letztendlich hat sie damit vermutlich auch Recht gehabt, nur ist mir der Besuch als sehr unangenehm in Erinnerung geblieben. Am Ende habe ich mich wie eine furchtbare Tierquälerin gefühlt, obwohl vermutlich alles hier absolut in Ordnung ist.

*Hier ging es darum, dass Anabell ein absoluter Spontankauf war. Sie hat uns dann gefragt, warum wir nicht den (vermeindlichen) Bruder mitgenommen haben, damit sie einen Partner hat, anstatt jetzt einen Partner zu suchen. Sie war der Meinung, sie hätte sich mit einem Bruder so oder so gut verstanden (was mir tatsächlich nicht einleuchten will. Zum Zeitpunkt des Kaufes saß Anabell, wenn, wohl schon über drei Monate von ihm getrennt, hatte sich mit allen Kaninchendamen die mit ihr zusammensaßen angelegt und sah furchtbar verschreckt und gerupft aus. Für mich gibt gab es absolut keine Anhaltspunkt dafür, dass ein perfekter Partner gleich nebenan saß).


Dummerweise hat uns das dazu bewogen, von Tierheimen und Pflegestellen erstmal wieder Abstand zu nehmen. Sicherlich ist es an dieser Stelle absolut unfair, alle über eine Kamm zu scheren, dennoch hatte ich an vielen Stellen das Gefühl, dass mir als Halter extrem viel Misstrauen entgegen gebracht wird.


Dann war kurz ein anderer Kaninchenmann im Gespräch. Eine Freundin wusste von einem Kaninchen in Not, aufgrund von Käfighaltung und Einsamkeit, und hatte uns bereits angefragt, ob wir nicht Platz für den kleinen Kerl hätten. Wir hatte schon geplant, wie die Kastrationskosten aufgeteilt werden, hatten uns darüber Gedanken gemacht, wo der Herr unterkommt, solange er in Quarantäne sitzt... da hatte sein Ursprungshalter doch keine Lust mehr, ihn abzugeben. Natürlich eigentlich kein Problem, aber er hat die Haltunsgbedingungen nicht verbessert, weshalb der kleine Kerl ein oder zwei Monate später verstorben ist.



Bei uns Zuhause tobbte dann doch weiterhin ein bisschen das Chaos. Unruhe und kleine Piesel- Kriege erschütterten das Gehege und wir hatten vor, das endlich auszugleichen. Denn, eigentlich sind Sammy und Dean absolut sozial und stubenrein. Anabell brachte Sammy nur regelmäßig auf die Palme und fing immer wieder Revierkriege mit ihr an. Zudem hatten wir die Herrschaften recht lange auf Teppich gehalten, dem Gripp wegen, was sich mit den ganzen, kleine Pfützen dann doch als sehr unangenehm herausstellte.

Nach einem weiteren Besuch im ungeliebten Tierladen, erschien Robin auf der Bildfläche. Robin wurde von meiner Partnerin aufgrund seines schüchternen Wesens und den extrem kleinen Ohren ausgesucht. Seine Ohren sind bis heute absolut winzig. Robin war, wie wir dann rausgefunden haben, natürlich viel zu jung um schon abgegeben worden zu sein (Sammy und Dean waren bei Anschaffung vier Monate, Anabell schon ein halbes Jahr alt). Eine frühe Zusammenführung war absolut unmöglich und der kleine Kerl zog für die nächsten sechs Wochen... auf unser Sofa.



Von einem winzigen Kaninchenklecks wurde Robin fix zu einem kleinen, menschenbezogenem Clown. Am ersten Tag in seinem großen Schlachtschiff- Käfig griff er noch meine Hand an und knabberte Ewigkeiten an einem Salatblatt. Drei Wochen später sprang einer meiner Partnerin auf den Schoß und fraß ihr den Apfel weg, den sie in der Hand hatte. Er drehte lange, ausgelassene Runden um uns herum, schlug kleine Kaninchensaltos, schleckte uns die Hände sauber, leistete meiner Schwester beim Lernen Gesellschaft... und war depressiv und todunglücklich, sobald wir mal keine Zeit für ihn hatten. War furchtbar. Für beide Parteien. Dann kam endlich der Tag seiner Kastration, nur natürlich zu spät. Die Tierärztin hätte zwar eine Frühkastration gemacht, aber Robin hatte dann doch lieber Milben und eine Erkältung, als sich unters Messer legen zu lassen. Er war also sagenhafte vier Monate alt, als wir eine Vergesellschaftung mit den anderen dreien realisieren konnten.

... und die verlief furchtbar. Dean und Robin griffen sich an, Robin flüchtete letztendlich, bevor er Anabell und Sammy kennelernen konnte, auf einen höher gelegenen Punkt und verharrte dort die ganze Nacht. Nachdem er sich am nächsten Tag noch nicht zum futtern herunter getraut hatte und die anderen drei alles für sich eingenommen hatten, trennten wir das Gehege im Kurzschluss in zwei Hälften. Sammy und Dean wieder als Paar zusammen, Robin und Anabell auf die andere Seite, da sie eh füreinander ausgesucht worden waren.

In den folgenden Tagen zeigte sich, dass Robin Angst vor anderen Kaninchen hatte. Eigentlich völlig logisch angesichts der Tatsache, dass man kleine Kaninchen zu jung bekommen kann, er die letzten Monate mit Menschen verbracht hatte und deshalb wohl keine Ahnung hatte, was er nun selber war und wie er sich anderen Kaninchen gegenüber verhalten sollte. Dazu hatte er zwar wohl eine ausgeprägten Instinkt, immerhin hatte er Dean äußerst beherzt angegriffen und sich in ihn verkeilt, war aber so erschrocken davon, dass er sich hinterher gar nicht mehr bewegen wollte. Interessanterweise war Anabell absolut gut zu ihm. Sie näherte sich über Tage immer weiter an, zeigte Interesse und kümmerte sich anschließend vorbildlich darum, dass Robin sein Sozialverhalten wieder aufbauen konnte.

Dann ging auch noch die Rechnung bezüglich Robins Charakter auf. Er ist kein Alpha, beansprucht kein Gebiet, springt niemanden an und zeigt kein Dominanzverhalten. Er rennt lediglich vor anderen Kaninchen erstmal weg, bis er merkt, dass er keine Angst vor ihnen haben muss. Anschließend zeigt er sich von Dominierung durch Anabell oder Sammy lediglich etwas verwirrt und rückt ein Stück zur Seite, anstatt zu jagen oder wütend zu werden.





Nun war dann doch irgendwann wieder ein Zustand erreicht, der nicht mehr ganz tragbar war. Das Gehege sah furchtbar aus, da wir die Tapeten bis zu einer gewissen Höhe abgezogen hatten. Der Teppich war zwar gewichen, aber die beiden Parteien trennte nur ein Zaun, der jetzt nicht unbedingt ganz 60 Zentimeter hoch war. Sammy, Dean und Robin betrachteten diesen Zaun auch als natürliche Grenze, Anabell dagegen fing mit Vorliebe Zaunkriege an oder machte einen imposanten Satz direkt drüber, um einen Terrorakt zu starten (der Zaun hatte eigentlich festen Sichtschutz. Aber man weiß ja, was Kaninchen von Dingen halten, die ihnen im Weg sind).

Neulich habe ich dann angefangen, zu renovieren. Alle Viecher raus, für zwei Tage in kleinere Gehege. Aber auch nebeneinander. Seltsamerweise haben sie sich in ihrer kurzen Zeit außerhalb des Geheges absolut nicht mit dem Popo angeguckt. Kein Geknurre, kein Miepen, keine kleinen Pfützen am Boden. Nach drei Tagen tapezieren, putzen, Zitronenwasser und dauerlüften war kurz noch im Gespräch, wieder zwei Zweier zu machen, letztendlich haben wir uns dann aber doch für den Versuch eine endgülitgen Vierers entschieden.

Also Tiere rein und ab ging die Post. Sammy und Anabell konnten ihren Streit endlich beilegen. Die beiden Damen flogen ein halbes Dutzend Male galant aneinander, kloppten und jagten sich respektvoll und Sammy zeigte mal wieder, was für ein unglaublich guter Kistenteufel sie ist. Anabell wälzte vor schierer Freude im Streu (sie ist vermutlich ein Kravallkaninchen und ein bisschen sadistisch), jagte durch die Gegend wen sie denn nun fand und war irgendwie glücklich. Sammy verbrachte die ersten zwei Tage in verschiedenen Ecken und spielte weiter Kistenteufel. Die beiden Herren im Gehege wussten nicht so wirklich, wie ihnen geschah. Dean ist ein Entdecker und guckt sich mit Vorliebe um, Robin verblieb die meiste Zeit in einer Bucht und saß die Situation einfach aus.

Von Anfang an konnte man die vier Herrschaften zusammen füttern und es wurde niemand von den Futterplätzen weggejagt. Heute, eine Woche nach Einzug, findet man neben den originalen zwei Pärchen, die noch bestehen, auch schon andere Konstellationen. Sammy und Dean lieben Robin. Robin sieht weiterhin, dass Anabell nicht außen vor ist und bindet sie so mit ein, außerdem kennt er ihre Art und ist so in der Lage, ihre kleinen Anfälle auszugleichen, da er ihr absolut nichts nachträgt.



Klar haben wir hier vier sehr soziale Tiere, das liegt auf der Hand. Die größten Verletzungen die wir hier jemals hatten, waren kleine Bisse in der Nase. Wegen dem ollen Zaun, unter dessen Verdeckung sich natürlich wieder irgendwer graben musste. Ansonten bin ich immer wieder überrascht, wie vorsichtig und respektvoll miteinander umgegangen wird, im Gegensatz zu anderen Tieren von denen ich ab und zu lese. Ich will davon nicht viel auf meine Art der Haltung schieben. Ich mache nicht viel mehr, außer mich zu kümmern und zu versuchen, nicht auf die wuseligen Viecher zu treten, die immer unvorsichtiger mit meinen Füßen werden. Ich bin den Herrschaften wohl letztendlich ziemlich schnuppe.

Insofern alles so weiterläuft, kann ich sagen: Kaninchenplanung abgeschlossen!



[ + ]

- Ich halte nicht allzu viel von Konventionen. Das merkt man wohl auch. Ich will auch die Tierheim/Handlung/Rettungsstellen- Diskussion nicht auspacken. Mit dem adoptieren wollten wir es versuchen, aber die entsprechenden Tiere haben wir nicht bekommen. Dazu kommt, dass die meisten (!!!) Pflegestellen in meiner Gegend nur an Außenhaltung vermitteln. Ich bin jetzt nicht gegen Außenhaltung, wir hätten sogar einen Balkon, aber pro Balkon ist da auch eine Katze. Und Hitze im Sommer, hier wirds verdammt warm. Drinnen habe ich Kontrolle über Schädlinge, Jäger und die Temperatur. Zudem haben die Herrschaften genug Platz.

- Ich bin nicht dafür, Kaninchen monatelang murrig und beißend aufeinander hocken zu lassen. Die erste Vergesellschaftung abzubrechen war eine gute Entscheidung. Es waren nicht alle bereit dafür und gut.

- Die letzte Vergesellschaftung fand im entgültigen Gehege statt. Ich wusste und weiß, dass sich explizit diese Tiere deswegen nicht gegenseitig umbringen wollten oder werden.

- Robin war definitiv ein bisschen sehr zu jung, um angeschafft zu werden. Nachdem wir daraus gelernt haben und er seine Sozialverhalten sich durch den langsam ansteigenden Kontakt zu anderen Kaninchen normalisiert hat, ist er im Bezug auf Menschen eine reine Freude. Er nimmt Medizin freiwillig ohne festhalten ein, schleckt die Hände beim Krallenschneiden ab und ist insgesamt der ausgeglichendste Teil der ganzen Gruppe.



Ich lerne viel mit den Tierchen. Was mir mit am meisten hilft ist aber tatsächlich, sie als gleichwertige Lebewesen mit denselben Bedürfnissen zu sehen, wie auch ich sie irgendwie habe (... bis auf die Tatsache, dass Kaninchen wohl nicht mit 'ner Xbox spielen). Ich habe vieles nicht für so wichtig genommen, bis jetzt fahren wir damit tatsächlich auch ganz gut.



Karli <3
« Letzte Änderung: 22.Apr.2018, 02:16:35 von Karli »
☽Nins <3

[18. März 2016] Dean ♂ und Sammy

[5. November 2016] Bällchen

[13. Juni 2017] Robin



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