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Thema: Ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sinnvoll? (56-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sinnvoll?

Hallo,

ich habe versucht, zwei Paare miteinander zu vergesellschaften (w+m und m+m). Leider musste ich abbrechen, weil es zu aggressiv und blutig wurde.
Nun versuche ich es gerade mit der Gittermehode, aber leider ist der eine Kastrat ziemlich aggressiv und beißt immer durch das Gitter hindurch, sobald sich ein anderes Kaninchen nähert.

Soll ich doch nochmal komplett räumlich trennen?
Könnte ein weiteres Weibchen etwas mehr Harmonie in die Gruppe bringen?

Alle Böcke sind selbstverständlich kastriert! Ich glaube, der eine Kastrat denkt, er wäre ein Deutscher Riese, obwohl er der Kleinste von allen ist... und führt sich auf wie ein Macho.

Bin für jeden Tipp dankbar!
Liebe Grüße!


 

Antw.: Ausgeglichenes Geschlechterverhältnis sinnvoll?

Antwort #1
Ich gehe mal davon aus, dass Du die VG auf neutralem Revier versucht hast?

Wie aggressiv war es denn? Haben sich die beiden Kastraten denn mehrfach ineinander verbissen/verknäuelt und musstest Du sie so gewaltsam trennen, weil sie nicht mehr voneinander los liessen?

Dann wären die Chancen allerdings eher schlecht, da würde auch kein weiteres Kaninchen Abhilfe schaffen, denn die Anderen würden sowieso ignoriert werden. Ein weiteres Kaninchen würde ich höchstens dann aufnehmen, wenn Kaninchen schon länger zusammen gelebt hat und zwar nicht sehr harmonisch. (Mobbing). Da könnte evtl. ein Neues das Ganze auflockern.

Wie lange hast Du es denn versucht? Ging es gleich von Beginn an nicht oder waren da auch mal entspannte Momente....
Der Ablauf wäre schon wichtig zu wissen.

Ob sie sich verstehen, ist wie immer Charaktersache. Allerdings 2 sehr dominante Gleichgeschlechtliche werden nie funktionieren, wenn sie sich nicht ausstehen können. Da nützt nichts, auch keine Gittermethode.

Irgendwie erwische dauernd dominante Kastrate. Dieses Jahr hat alles getoppt: 4 div. Konstellationen von Kastraten, die sich alle rasch ineinander verbissen habe. Bei der 1. VG habe ich zu lange gewartet, da hat der extrem dominante Neue meinen Alteingesessenen so verletzt, dass ich 6 Wochen lang in Behandlung war. Genäht werden konnte nicht, weil das zu grossflächig war.

Gitter sollte so gezogen werden, so dass sie sich zumindest nicht mehr beissen können. Wenn sich die Aggressionen am Gitter nicht legen, dann ist es nicht gut.

Meine beiden Paare leben getrennt. Am Eingang habe ich ein doppeltes Gitter gezogen. Bei mir ist nur das Zwergkaninchen aggressiv, allerdings am doppelten Gitter hat er gelernt, dass er nicht beissen kann und verhält sich inzwischen meist ruhig. Anders sieht das aus, wenn ich normales Gitter hätte. Und das obwohl schon 5 Monaten seit der VG vergangen sind...

Vorläufig habe ich auch nicht vor, noch eine VG zu machen, da ich sowieso eine kranke Seniorin habe, welche ich früher aus der Gruppe nehmen musste. Wenn sie stirbt, werde ich wohl versuchen, die Gittermethode über mind. 2-3 Monate zu machen, dann aber sicherlich mit wechselndem Revier. Alles andere wird mit Bestimmtheit nicht funktionieren. Aggressiv ist zwar nur der Kleine, aber der Grosse wird sich das nicht bieten lassen. Wegen den unterschiedlichen Gewichtsklassen (1,7 kg und 4,2 kg) kommt der Kleine heftig unter die Räder.

Der Kleine hat sich früher in der Gruppe übrigens einem anderen Kastraten schon untergeordnet, weil er aber neu dazu kam. Das hat damals zwar funktioniert, aber mir war gleich bewusst, dass der Kleine ein Giftzwerg ist. Er hat mir auch 1.5 Jahre die gesamte Wohnung zu gepinkelt, weil er alles markiert hat und sich zumindest so neben dem Chef behaupten wollte...

Fazit: wenn eine Konstellation vielleicht einigermassen funktioniert hat, muss das mit der Anderen noch lange nicht so sein! Da hängen einfach zu viele Faktoren voneinander ab: Dominanz, wer ist Neu etc. Übrigens kann man auch 2x die gleiche VG mit denselben Kaninchen machen, und es kommt anders raus. Ich habe erlebt, dass es beim 1. Mal überhaupt kein Problem war. Als ich 2 Jahre später trennen musste, hat die 2.VG dann beim TA zum Nähen geendet.

Letztendlich hilft nur ausprobieren oder sein lassen.
In der Regel macht man zwar nach räumlicher Trennung eine VG auf neutralem Revier. (wobei nicht alle Kaninchen sind gleich revierbezogen und das hängt nicht mal von der Dominanz ab).
Aber: Kaninchen vergessen nicht, die kennen ihre Kontrahenten schon; auch nach einer Trennung.
Mit Gittermethode würde ich es persönlich versuchen, wenn die Chancen nicht vorhanden sind, dass es auf normalen Wege funktioniert. Andere Halter haben damit auch gute Erfahrungen gemacht, allerdings sind die Verhältnisse immer anders. Was für die Einen funktioniert hat, wird für Andere nicht zwingend gelten.