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Thema: Entzündete Zahnwurzel (2045-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Entzündete Zahnwurzel

Hallo ihr Lieben! Jahrelang bin ich um dieses Problem herumgekommen, jetzt hat es uns auch erwischt: Bei meinem Zwergwidderkaninchen Luzie ( geb. Okt. 18) hat die TÄ bei der Voruntersuchung zur Kastration entzündetes Zahnfleisch und einen veränderten Zahn festgestellt. Während der Narkose zur Kastration wurden dann (in 3 Schichten/Lagen) Röntgenaufnahmen des Kiefers gemacht....Das war die E-Mail der TÄ nach Auswertung der Röntgenaufnahmen: "Linksseitig im Oberkiefer sind alle 6 Backenzähne verändert. Die Hauptbefunde liegen aktuell bei den ersten 3 Zähnen, P2 - P4. Da die Wurzelbereiche bereits stark verändert sind, müssen wir den P3 vermutlich über einen Zugang von außen durch den Knochen ziehen, was eine große OP bedeutet. Langfristig müssen vermutlich auch die 3 letzten Zähne gezogen werden - falls sich hier die Entzündung weiter ausbreitet, besteht das Problem, dass es zu einem retrobulbären Abszess kommen kann, so dass man im schlimmsten Fall das Auge mit entfernen muss, um an die veränderten Zähne zu gelangen. Zudem gibt es auch im linken Unterkiefer bereits Veränderungen. D.h. langfristig kann es leider sein, dass linksseitig alle Zähne gezogen werden müssen. Im Hinblick auf die Futteraufnahme stellt dies keine Probleme dar, da die Kaninchen einseitig kauen können, aber gerade aufgrund Luzies noch sehr junges Alters und die schon bereits bestehenden gravierenden Befunde ist die Prognose aktuell vorsichtig. Es kann im Rahmen der OP zu Komplikationen kommen (Narkoserisiko, Wundheilungsstörungen, vermutlich mehrere OP-Sitzungen in den nächsten Monaten, postoperative Wundtoiletten)." ... Als ich das las, kamen mir die Tränen... meine arme Kleine...
Meine Hoffnung ist jetzt, dass irgendjemand hier, der mit Zahngeschichten Erfahrungen hat, mir meine Panik etwas nehmen kann bzw. einfach nur seine Meinung oder Tipps mitteilen kann... Bin für jede Antwort dankbar.
Liebe Grüße, Bianca

Antw.: Entzündete Zahnwurzel

Antwort #1
Hallo!
Ich bin immer noch nicht weiter... Ist hier keiner,der sich mit Zahngeschichten auskennt?
Ich war zwischenzeitlich noch bei einer anderen Tierärztin, die der Meinung ist, solange die Zähne noch fest sitzen, was sie aktuell tun, würde sie nicht operieren. Die Gefahr, dass der Knochen wegbricht, wenn die Zahnwurzeln so fest und schief sitzen, wäre zu groß.
Die erste TÄ rät mir aber zur OP...
Hat irgendjemand hier einen guten Rat?
Frohe Ostern und liebe Grüße, Bianca

Antw.: Entzündete Zahnwurzel

Antwort #2
Hallo Bianca

Dieses Forum wird selten frequentiert und darum fehlen auch die erfahrene Halter.
Frag doch mal dasselbe im Kaninchenforum . de  nach. Dort kriegst Du eher eine Antwort, weil es sehr viele User hat. Zumindest können Dir dort die Administratoren eine Empfehlung von TA, die auf Zähne spezialisiert sind, in Deiner Umgebung angeben.
Da ich von sehr weit komme (CH), habe ich auch schon mal bei Dr. Lazarz, Duisburg per Mail für jemanden um Rat gefragt. Auf seiner HP (Lazarz . de ) hat es auch viele Infos betreffend Zahnerkrankungen.

Der TA müsste ja schon die Rötgenaufnahmen sehen um zu beurteilen, ob es noch operierbar ist.
Es kommt aber relativ schnell zu Kieferabszessen und dann sind die Prognosen langfristig meist schlecht, auch wenn es immer mal Ausnahmen gibt. Letztendlich sollte man dem Kaninchen ein möglichst schmerzfreies Leben noch ermöglichen, da kann eine OP schon Sinn machen. Irgendwann muss man es leider gehen lassen.

Natürlich geht die Nahrungsaufnahme noch mit gezogenen Zähnen. Allerdings muss man ebenso vorher wie nachher auf die Verdauung aufpassen. Durch die Schmerzen wird immer schlecht gekaut und nur halb vorverdaut/zerkleinert. Das führt oft zu Fehlgörungen und zu größeren Fressenspausen. Das ist dann ein bisschen ein Teufelskreislauf. Daher die Verdauung auch unterstützen , z.B mit BeneBac. Ich habe damals mein Kieferabszess- Kaninchen (mit einseitig gezogenen Zähnen) an einer Aufgasung verloren...

Viel Glück! Ich hoffe, Dir kann jemand weiter helfen.

Liebe Grüsse
Moni.

PS: Narkoserisiko gibt es immer. Ich habe letzthin 2 x meine über 8 Jahre alte Häsin operieren lassen, weil ich kaum eine andere Wahl hatte... Die OP (an Nase wegen Schnupfen und Augenentfernung )gingen jeweils über 2 h und es war nur gefährliche Injektionsnarkose möglich. Trotzdem hat sie erstaunlicherweise überlebt.

 

Antw.: Entzündete Zahnwurzel

Antwort #3
Hallo

ja, dieses Forum ist zwischenzeitlich seeehr leer geworden und daher schauen wir auch nur noch selten rein  :-[ .

Tut mir Leid, gleich sowas von deinem Kaninchen lesen zu müssen. Das klingt nicht allzu gut. Aber gut wisst ihr es :).
Ich hab leider auch keine eigenen Erfahrungen mit so grossen Zahnsachen.

 Aber ich war mal bei Frau Estella Böhmer, der vermutlich erfahrensten Tierärztin Deutschlands in Kaninchenzahnfragen,  in einem Kurs, die von einigen solchen Fällen berichtete, die positiv ausgingen  :) .   Kaninchen können tatsächlich gut leben und essen, wenn sie nur auf einer Seite Zähne haben.

Frau Böhmer bietet übrigens für andere Tierärzte einen Röntgenbilderinterepratationsservice an oder hat es zumindets mal für einen kleine Gebühr. Vielelicht könnt ihr sie mal um ihre Einschätzung bitten?
Kontakt:  https://www.curoxray.de/impressum.html


Nicht so erfolgreich ist es, wenn man versucht, kranke Kaninchenzähne zu erhalten. Lässt man entzündete Zähne im Kiefer, macht die Entzündung in laufe der Zeit mehr und mehr kaputt. Und natürlich schmerzen kranke Zähne auch stark.  Raus damit scheint bei entzündeten, veränderten Zähnen tatsächlich die beste Prognose zu haben. Und wenn alle Problemzähne raus sind, kann der Kiefer auch verheilen, was die Abzessgefahr senkt.

Aber der Weg dahin ist schon krass  :-\ .Ich wüsste auch nicht, ob ich bei einem eigenen Tier den Weg gehen würde.  -seufz-
Allerdings ist Luzie noch so jung und nichts tun und damit leben, dass das Tier die ganze Zeit starke Zahnschmerzen hat, ist auch keine Lösung. Drum vermutlich schon.

Alles Gute
Lina